Zeitstrahl

• 1830: Verein Freunde Israels
• 1950: Schweizerische Evangelische Judenmission (SEJ)
• 1973: Stiftung für Kirche und Judentum (SKJ)
• 1994: Zürcher Lehrhaus – Stiftung für Kirche und Judentum
• 2006: Zürcher Lehrhaus – Judentum, Christentum, Islam
• 2016: Zürcher Institut für interreligiöser Dialog

Die Anfänge des ZIID reichen mit dem in Basel gegründeten «Verein der Freunde Israels» bis ins 19. Jahrhundert zurück. Der Verein hatte jedoch noch wenig mit dem heutigen Verständnis von interreligiösem Dialog gemein, sondern diente in erster Linie der “Bekehrung” von Juden zum evangelischen Glauben. Zwar ging es dabei auch um die Bekämpfung der zahlreichen religiös begründeter Vorurteile gegenüber den Juden, die praktische und seelsorgerische Betreuung konversionswilliger Juden oder bereits getaufter Juden (sogenannter “Judenchristen”) stand aber im Vordergrund. Durch den 2. Weltkrieg rückte Mitte des 20. Jahrhunderts die Betreuung jüdischer Flüchtlinge und die unter dem Nationalsozialismus verfolgten “Judenchristen” ins Zentrum der Tätigkeit des Vereins. 1950 ging daraus die Schweizerische Evangelische Judenmission (SEJ) hervor, welche selbst keine eigenen Missionsstationen betrieb. Stattdessen fokussierte die SEJ zunehmend auf den christlich-jüdischen Dialog. Im Gegensatz zur Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft wollte sie jedoch nicht auf das “evangelische Zeugnis” verzichten. Nach einer ideellen Krise, wurde die SEJ schliesslich 1973 in die Stiftung für Kirche und Judentum umgewandelt.

20 Jahre später wurde 1994 als neuer Arbeitszweig der SEJ das Zürcher Lehrhaus ins Leben gerufen. Gegründet wurde es laut dem damaligem Geschäftsleiter Hanspeter Ernst «als Ort, wo Juden und Christen gemeinsam lernen können». Gemäss damaligen Statuten bezweckte die Stiftung «in Kirche und Gesellschaft zu wirken, der Begegnung von Juden/Jüdinnen und Christinnen/Christen zu dienen, das Gespräch zwischen ihnen zu fördern, durch pädagogische und publizistische Angebote zu helfen, von- und miteinander zu lernen und auf diese Weise dazu beizutragen, unter Christen/Christinnen und Juden/Jüdinnen das Wissen um sich selbst und den jeweils anderen zu vertiefen einander im jeweiligen Selbstverständnis zu verstehen und zu achten».

Um auf die neuen gesellschaftspolitischen Realitäten in Europa einzugehen, entschied sich der Stiftungsrat 2006 die Stiftungstätigkeiten auf die drei abrahamitischen Religionen auszuweiten, was auch einen Namenswechsel mit sich zog. Fortan hiess die Stiftung « Zürcher Lehrhaus – Judentum Christentum Islam». Das Zürcher Lehrhaus verstand sich als Ort, wo sich Menschen verschiedenster Herkunft mit jüdischer, christlicher und islamischer Kultur, Religion, Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen können.

Zehn Jahre später, zum 20. Jubiläum des Lehrhauses, kam es erneut zu einer Namensänderung. Die Stiftung wurde 2016 zum ZIID Zürcher Institut für interreligiösen Dialog und zog bald darauf von der Limmattalstrasse in den neu entstehenden Kulturpark in Zürich West. Hanspeter Ernst begründete den erneuten Namenswechsel damit, dass der jüdische Begriff «Lehrhaus» den Dialog mit anderen Religionen zwar impliziere, der Name aber zunehmend Anlass zu langen Erklärungen gegeben habe. Als «Zürcher Institut für interreligiösen Dialog» (ZIID) werde die Ausrichtung des Bildungshauses besser sichtbar.

Als neutrale und institutionell ungebundene überparteiliche Stiftung leistet das ZIID durch Bildungsangebote, Aufklärungsarbeit und Beratung einen essenziellen Beitrag für das gegenseitige Verständnis und fördert so das friedliche Zusammenleben in einer zunehmend pluralen Gesellschaft.