Islamische Kosmologien
18:15 - 21:00
8001 Zürich
Akteure, Zeichen und Ordnungen der Welt
Islamische Kosmologien umfassen weit mehr als gelehrte Modelle des Himmels. Sie reichen von koranischen Vorstellungen der Welt als Schöpfung und Zeichenordnung über Sphärenmodelle, Astronomie und Kosmographien bis zu Erzählungen, Ritualen und Erwartungen, in denen Menschen ihren Ort in der Welt bestimmen.
Der Vortrag verbindet diese klassischen Wissensformen mit der Frage, wie Menschen solche Ordnungen erfahren, erzählen und im Alltag wirksam werden lassen.
Kurz vorgestellt werden das Sphärenmodell als Vorstellung eines gestuften Kosmos und die Kosmographie als Beschreibung der Welt in ihrer wunderbaren Fülle. Daran schließen drei Beispiele an: der Miʿrāj als Himmelsreise, Aufstieg und Rückkehr; Aḥmad Sirhindī als Deutung spiritueller Erfahrung und ethischer Verantwortung; sowie Karbala und die Mahdī-Erwartung als religiöse Verarbeitung von Leid, Gerechtigkeit und Hoffnung.
So fragt der Vortrag danach, wie Kosmos, Religion und menschliche Orientierung miteinander verbunden werden.
Prof. Dr. Jamal Malik ist emeritierter Professor für Islamwissenschaft an der Universität Erfurt. Er ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und Fellow der Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland. Seine Forschungsschwerpunkte sind der Islam in Südasien und Muslime in Europa.
Referent: Prof. Dr. Jamal Malik
Programmkonzeption und Moderation: Lejla Delic und Pfarrerin Dr. Tabitha Walther
Gastgeberin: Pfarrerin Kathrin Rehmat, Predigerkirche Zürich




